Sa 04.05. > MS5 Zug94-2 gegen FC Dietwil1

Das Wichtigste sind die 3 Punkte


bh / 04.Mai 2013

 

In einem doch sehr mässigen Spiel siegte unser Fanionteam auswärts in Zug mit 2:3. Es gewann das Spiel, aber sicher keinen Schönheits- oder Überzeugungspreis. Nur, genau solche Spiele darf sich ein Team (auch unseres!) mal erlauben. Wichtig ist, dass man solche Spiele schlussendlich gewinnt. Und genau darin liegt der Unterschied zu den letzten Jahren. In gleicher Situtation hätte die Mannschaft vor einem Jahr mit Sicherheit nicht gewonnen, ja gar verloren. Das ist die Differenz zwischen Team 2012/2013 und den Teams 2011/12 und früher.

Es gibt Spiele, bei denen sich im Verlaufe der 90 Minuten der Berichterstatter eine Menge Gedanken darüber macht, wie er das Geschehene und Gesehe später in Worte fassen soll. Diverse Headlines verwirren seinen Gedankengang, beeinflusst von ständig wechselnden Gefühlslagen, basierend auf dem Gebotenen auf dem Spielfeld. Mehrmals oder gar im Minutentakt wird er gezwungen, eine mögliche Überschrift zu ändern, zu korrigieren, anzupassen. Noch schwieriger dazu ist dann aber den zugehörigen Text zu verfassen, ohne dass die inhaltiche Gültigkeit verloren geht. Anbei kann er sich zB den adminstrativen Gepflogenheiten beim Ausstellen eines Arbeitszeugnisses bedienen. Daran habe ich mich erinnert, genau zu diesem Trick musste ich heute Abend greifen.


Taktische Aufstellung Dietwil


Das Spiel begann, eigentlich wie erwartet, mit mehr Spielanteilen für die Gäste. Im Verlaufe der Zeit wurde das Geschehen ein Duell zwischen FCD und dem Zug-Torhüter. Dieser seinerseits bewies mit diversen mirakulösen Abwehrparaden, dass er seinen Rot-gesperrten Stammkeeper-Kollegen mehr als würdig vertrat. Die Zuger konnten sich in der ersten Hälfte nur mit Kontern in Szene setzen. Eine dieser Aktionen ergab eine Standard-Situation zur 1:0-Führung, alsdann schlusseindlich ein sträflich alleingelassener Stürmer mutterseelenallein zum Kopfball kam und erfolgreich abschloss.

 

Nach mehreren guten Aktionen in Strafraumnähe wurde den Dietwilern einer von vielen Cornern zugesprechen. Diesmal, in der 34.Spielminute passte alles. Fussballer-Augenweide Gerber Stefan setzte seinen Kopfball zum 1:1 in die Maschen. Nach 45+2' hatte Feuchter Kari die Riesenmöglichkeit, die Gelb-Schwarzen noch vor dem Pausentee in Führung zu schiessen. Statt aber die weiter entferntere und scheunentoroffene Seite des Torhüters zu nutzen, versuchte er in der nahen Torhüterecke zu reüssieren. Der Versuch endete kläglich.


 

 

 

Gerber Stefan

Eine fussballerische Augenweide für diese Liga, ein Gewinn für das Team. Bleibt zu hoffen, dass die Dietwiler Vereinsverantwortlichen mit ihm verlängern können.


Wer geglaubt hatte, dass sich die Aargauer nach dem Pausentee nun endlich die ihnen zugesprochenen Fähigkeiten besser umsetzen, wurden (vorerst) bitter enttäuscht. Es waren die Gastgeber, die dem Spiel nun überraschenderweise den Stempel aufdrückten. Die erste Chance für die Dietwiler in der zweiten Spielhäfte konnten wir erst nach 74' notieren. Nach 75' schwächten sich die Zuger mit einer Gelb-Roten Karte. Trotzdem, mit nur 9 Feldspielern setzten sie in der 83' einen schneller Konter zur nicht unverdienten Führung.

 

Wer als einer der (viel zu) spärlichen Dietwiler Zuschauer ehrlich urteilte, glaubte auf Grund der vorangegangenen 38 Spielminuten, dass dies die Entscheidung in diesem Spiel sein muss. Doch es kam anders! Ganz anders! Das Team strafte die vermeintliche Zuchauermeinung. Nur zwei Zeigerumdrehung später ein Freistoss für die Fellmann/Preit-Boys. Aus seiner Lieblingsposition und Lieblingsdistanz setzt Gerber Stefan zur Handlung. Seinen guten Schuss konnte der bis anhin untadelige Zuger Schlussmann nicht festhalten, der aufgerückte Kuhn Thomas liess sich nicht zweimal bitten und staubte zum 2:2 ab.

 

Dann die entscheidende Szene im Spiel zum Sieg. Oldi Honauer Fabian bremst mit all seiner Routine gekonnt, überlegt und überlegen den gegnerischen Angreifer sauber zum Statisten, setzte steil über die linke Angriffseite Edel-Joker Kuchling Manuel ein. Dieser liess seine Verteidiger stehen und düppierte dann den besten Zuger - den Torhüter - mit einem gewollt / ungewollten "HalbHeberSchlenzer" zum viel umjubeleten Siegtreffer. Diesen Sieg musste Torhüter Vollweider Adi in der 90+4' aber erst noch retten, als er einen Schuss unter die Latte mit viel Können und noch mehr beinahe verzweifeltem Kampfgeist über die Latte lenkte. Nach 90+7' pfiff der Schiedsrichter ein komisches Spiel mit einer turbulenten und hitzigen Schlussphase ab.


 

 

 

Kuhn Thoms

Seine positiive Wandlung auf dem Platz ist unverkennbar. Als Spieler ist er aus dem Team und seiner Position kaum mehr weg zu denken. Wenn er seine Reserven noch anzapfen und umsetzen kann, dann reift er zu einer tollen Figur heran.


Die Gäste aus dem Freiamt sind diesmal mit einem blauen Auge davongekommen. Nur, das ist Jammern auf höchstem, weil unberechtigtem Niveau. Das Leben, der Sport und für uns Fussball im Besonderen, schreibt (zum Glück!!!) keine arithmetischen und logische Lösungen. Man muss sich Vieles ganz einfach vedienen. Deshalb ist er doch so unberechenbar und ungemein spannend, gibt Stoff für nächtelange Diskussionen, deshalb lieben wir ihn. Was würden wir nur tun, wenn die Logik immer über Sieg oder Niederlage entscheiden würde. Das wäre todlangweilig. Niemand würde sich dafür interessieren, niemand würde hingehen.

 

Aber eben, wie in der Einleitung beschrieben: "Nur, genau solche Spiele darf sich ein Team (auch unseres!) mal erlauben. Wichtig ist, dass man solche Spiele schlussendlich gewinnt. Und genau darin liegt der Unterschied zu den letzten Jahren. In gleicher Situtation hätte die Mannschaft vor einem Jahr mit Sicherheit nicht gewonnen, ja gar verloren. Das ist die Differenz zwischen Team 2012/2013 und den Teams 2011/12 und früher.."