Sa 01.06. > FCD-1 gegen Weggiser SC-1 (Spielabbruch)

TeamOne für 18 Minuten im 3.Liga-Himmel

bh / 02.Juni 2013

 

Alles war bereit, Spieler und Trainer wollten spielen, dann feiern. Der Bierhahnen im gedeckten Unterstand bis unter den Rand gefüllt und gekühlt. Der Grill angeheizt, Würste in rauhen Mengen gerüstet, dessen Duft bereits bei Anfahrt oder Anmarsch wahrnehmbar. Zuschauer suchen unter Storendächern, im Unterstand und vor allem im Clublokal Schutz vor dem leidigen Nass, das der in der Richtung der zentralen Erdanziehungskraft folgend irgendwo aus dem Nichts über dem Sportareal heruntergiesst, ohne erkennbare Chance, dass irgendwann dieser Nasshahnen geschlossen wird (ein langer Satz, ich weiss, aber trotzdem gut). Einige Unentwegte suchen sich, bewaffnet mit Stiefeln, Schirmen oder gar profimässiger Outdoorbekleidung, einen Platz am Spielfeldrand. Pressevertreter, Schiedsrichter-Inspizienten und diverse Spieler-Scouts fahnden ebenfalls noch nach einem irgendwie trockenschützenden Plätzchen knapp ausserhalb der Spielfläche, ohne jedoch diesen Versuch mit Erfolg zu krönen.

Dann kommen sie, die 22 Protagonisten, plus Schiedsrichter, gefolgt von Trainern und Wechselspielern. Das Gefolge findet vor dem lästigen Nass einen kleinen Schutz unter dem Dach der Spielerbänke. Doch, die Trainer sind ganze Kerle und trotzen diesem Nässeschutzangebot und stellen sich, wie von Geisterhand geführt, an die längsseitige Outlinie, um den Kontakt zu ihren Schäfchen auf dem 5'428 m2 grossen Spielfeld nicht abreissen zu lassen.

 

Der Spielleiter pfeift zum Spielstart. Messi-mässig wird sofort versucht, erste flache Pässe zu setzen. Dieses ehrenwerte Vorhaben wird durch den erhöhten Wasserstand auf der Rasenfläche jedoch jäh gebremst. Der in Stellung laufende Stürmer erhält deshalb den Ball nicht in seine taktische Marschrichtung. Das Objekt der Begierde (der Ball) wird das Opfer des gegnerischen Verteidigers. Der wiederum ist für einen kurzen Moment hoch erfreut ob dieses geschenkten Ballgewinns und versucht mit gleichem erlernten Mittel ebenfalls einen Flachpass zu seinem gut postierten Mitspieler zu spielen. Wie vor beschrieben, scheitert aber auch dieser Versuch im Ansatz, hat aber trotzdem Erfolg, weil der versuchte Flachpass technisch nicht ordnungsgemäss angesetzt wurde und so als leicht erhöhter Flugball seinen Abnehmer findet.

So, also. Das Rezept zum Vorwärtskommen war gefunden. Mit dieser ausgeklügelten taktischen Erkenntnis (hohe Bälle statt Flachpässe) fanden Gastgeber wie Gäste im Abschlussbereich zur Torerzielung nun die mögliche Chance, das Runde endlich in das Eckige zu befördern. Zwischen den Torhütern rennen, kämpfen, rutschen, flutschen, gleiten, schleudern, schlittern die Spieler auf der regenüberfüllten Rasenfläche, was das Zeug hält. Herrliche Rutsch- und Tauchparaden erinnern Eltern daran, wie ihre Kinder damals, als sie noch klein waren, an diesem Spiel auf dem hauseigenen Rasen grosse Freude gewannen.

 

Bereits in der siebten Spielminute bekam Kuchling Manuel im vor beschriebenen Abschlussbereich die Chance, das ebenfalls vor beschriebene Runde ins Eckige zu befördern. Er nutzte die ihm grosszügig gebotene Chance und versteckte den ebenfalls schon sehr nassen Ball ins linke untere Gehäuseeck aus Aluminium. Um 17.06 Uhr (das Spiel hatte um eine Minute zu früh begonnen) bedeute dieses Führungstor, dass unser TeamOne, ohne Rücksicht auf die Anwendung der möglichen Veränderung der noch mathematischen Strafenregel, in den Olymp der dritten Liga aufgestiegen war (wieder so ein geiler Satz). Nach 2'548 Tagen Abstinenz (10.06.2006) in dieser Liga ein hoch erfreutes Gefühl in den inzwischen durchnässten Körpern.

Es kam noch besser für die gelb-schwarz gekleideten Gastgeber. Mit gleichem taktischen Muster erzielte Honauer Matthias in der 24. Spielminute den zweiten Dietwiler Treffer, was die Aufstiegsträume nun schon in erhebliche Realität ändern liess. Doch nun der Schock. Eine Minute später diskutierte der Mann in Schwarz mit beiden Teamcaptains an der Seitenlinie über die Fortsetzung dieser Rasenwasserschlacht und entschied, vermutlich demokratisch und einstimmig, dem Ganzen ein Ende zu setzen. Ein absolut richtiger Entscheid, auch wenn damit die 18-minütige Aufstiegsrealiät wieder für ein paar Tage in das Land der Träume zurückversetzt wurde.

Wie weiter? Was nun? Was nun mit den Massen an Bier und Würsten? Nach Hause gehn und den geschundenen, weil durchnässten Körper auf dem beheizten Sofa aufwärmen? Nein, das wäre doch unhöflich und unanständig (Solidarität ist gefragt), hat der Kari (unser Clubhausbeizer) doch einen grossen Aufstiegseinkauf getätigt. Ihn also mit diesen Hektolitern und Tonnagen alleine lassen? Nein, das geht einfach nicht, wir müssen uns für dieses mal opfern. Also hopp, wenn es schon mal da ist, ran an die Lisa und rein in die aufgeweichten Körper. Die einen geniessen Bier und Wurst im vom Hausarzt verordneten Masse. Andere verzichten auf Wurst und ertränken sich etwas übermässig im alkohohlhaltigen Hopfenwasser und wundern sich dann anderntags um 10:32 Uhr, wenn jeder Schlag in die Tastatur beim Versuch zum Schreiben eines anständigen Matchberichts mit unerklärlichen, oder eben doch erklärlichen Klein-Schmerzen bis in die Schädeldecke verbunden ist. Na ja, es war trotzdem schön.

 

Ach ja, das Spiel soll nun am kommenden Donnerstag an gleicher Stätte über die Bühne gehen. Vorausgesetzt, dass der Wettermacher namens Bucheli Thomas, (sorry, ich glaube er heisst Petrus) mal endlich ein anderes Programm in seinen Produktionsprozess einlegt. Und der Kari, ja der liebe Kari, wird wieder Hektoliter und Tonnagen organisiert haben. Und das ist gut so.

... zu guter Letzt noch ein paar Bildli / 1:0, die Leiden des Torhüters

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