Sa 08.06. > ESC Erstfeld-1 gegen FCD-1

TeamOne gibt sich, trotz Schnitzelbrot, keine Blösse

bh / 09.Juni 2013

 

Unsere Mannschaft reiste bereits als Aufsteiger ins Urnerland. Verlieren, remisieren oder gewinnen, keine Art des Resultats hätte etwas an dieser Tatsache geändert. Aber halt! Da gibt's noch etwas. Der eigene Anspruch an die Ehre lässt ein Dahingleiten nicht zu. Zudem konnte man sich mit einem Dreier den Gruppensieg sichern und ungeschlagen bleiben. Es gibt tausend Gründe, warum man auf einen Platz geht. Dann ist es so oder so so, dass ein echter Sportler beim Anpfiff den unbedingten Siegeswillen entwickelt, ansonsten er ja sowieso nicht auf den Platz gehört. Als Zuschauer ist Erstfeld seit Jahren unbedingt eine Reise wert, gibt es da doch die besten und die schnellsten Schnitzelbrote.

 

 

 

 

Da der Schreiberling wegen der Aufarbeitung der "Schnitzelbrot-Theorie" am Spiel abgelenkt war, hat er auch keine Fotos geschossen. Nehmen wir deshalb eines aus dem Archiv und beehren mal auf vielseitigen Wusch den Torhüter mit einem Bildli, der als letzter, weil hinterster Mann, so oder so eher selten im Bildfocus steht.

 

Vollenweider Adrian in Aktion.

Nun gut, mal genug der Vorzeichen. Mit einem ungewohnten rot-schwarzen Dress bekleidet, zeigte unsere Mannschaft ab Spielbeginn, dass sie gewillt war, das Game als Sieger zu beenden. Die ersten zehn Minuten kontrollierten sie das Spiel. Danach kamen die Einheimischen etwas besser auf und hätten durchaus in Führung gehen können. Mit etwas Unterstützung des zwölften Urners - dem Föhn - konnten sich die Gastgeber in der Dietwiler Hälfte behaupten. Als aber Kuchling Manuel nach knapp einer halben Spielstunde (über die tatkische Erfolgswaffe "flacher Steilpass") zum 0:1 skorte, begann die Marschrichtung der Aargauer zu stimmen. Die Gedanken der Dietwiler Zuschauer richteten sich bereits nach dem Grill mit den Schnitzelbroten. Doch, zuerst noch etwas weiter am Spiel zu gucken. Es lohnte sich, kurz vor Halbzeit traf Manuel bereits zum zweiten Mal. Die Dietwiler Zuschauergelüste in das Brot mit Sauce, Zwiebeln und Gurken sowie dem dann im Brot eingeklemmten dünnen Saftplätzli liess nicht locker. Spätestens nach des Schiedsrichters Pausenpfiff stellte man sich in die Warteschlange vor dem rauchenden Grillstand.

In der zweiten Spielhälfte hatten unsere Jungs nun auch etwas Windunterstützung aus dem Gotthardmassiv. Dies wiederum brachte nun eine spielfelddominierende Überlegenheit in Richtung Norden. Da das Clubhaus ESC-E am südlichen Zipfel des Spielfeldes gebaut ist, ist man da als Zuschauer zwar 100 Meter weit weg, wo die Tore fallen sollen, ist aber föhngeschützt und vor allem in der Nähe des so unglaublich anmächeligen Grillstandes. Nach weiteren 10 Spielminuten überloppte Stephan Fabian gekonnt den gegnerischen Torhüter zum 0:3. Nur weitere 3 Zeigerumdrehungen später trug sich Kuchling Pascal ebenfalls noch in die Skorerliste ein. Sein Treffer zum 0:4 war gleichbedeutend mit dem Schlussresultat. Jetzt war im Clubhausunterstand plötzlich der Teufel los. Der Schnitzelbrotgrillstand wurde regelrecht überfallen. Jeder wollte mindestens eines dieser Delikatessen in sich reinziehen. Geduldig entledigten sich die Grilleure ihrer Aufträge. Nichts konnte sie aus der Ruhe bringen, als ob sie an jedem Heimspiel einen solchen Andrang zu bewältigen hätten.

 

Inzwischen war das Spiel in der Schlussphase. Mit ein paar guten Aktionen hätten die weiss-schwarzen Gastgeber den Ehrentreffer verdient. Die solide Hintermannschaft der Dietwiler wusste dies zu verhindern. Schlusspfiff durch den guten Schiedsrichter. Dietwil hatte klar gewonnen. Alle Motivationsvorzeichen wurden erfüllt. Man hat sich keine Blösse gegeben, und das ist allemal aller Ehren wert.

Ach ja, diese Schnitzelbrottheorie lässt mich nicht mehr los. So wenig Zuschauer und am Grill von Beginn weg Dauerbetrieb, teilweise mit Warteschlangen. Das macht mich stutzig, das wirft bei mir Fragen auf, wie machen die das nur? Die Antwort ist so klar wie einfach: Gut und schnell zubereitet, freundlich und charmant verkauft. So braucht es im Normalbetrieb keine Würste, Kotelettes, Hamburger, Hot-Dogs, etc.. Das Angebot ist so einfach überschaubar. Es braucht gar keine Auswahl, das angebotene Produkt ist so gut, dass gar nicht nach andern Möglichkeiten geschrieen wird. Oder haben sich etwa "nur" die Erstfelder daran gewöhnt? Wenn ja, dann bin ich ab heute ein Erstfelder!

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